Konsumentenverhalten in der Wolke

Zwei neue Marketing-Studien (von der Insight Research Group) über Präferenzen von Musikkonsumenten auf dem Cloudservice-Markt zeigen:
1. Konsumenten besitzen die Musik lieber als dass sie sie über Streaming-Services abonnieren – und zwar 91% der Befragten!
2. Sie mögen einen Mix von Musikbesitz und freiem Anhören.

Method of Purchasing Music

Method of Purchasing Music (9.2011)


Das Resultat der Poll überrascht niemanden: Folgende Nachteile von Streaming-Services liegen für mich auf der Hand: Man muss online sein (das kostet – gerade, wenn man unterwegs ist) und mir fehlt das Vertrauen in die Nachhaltigkeit dieser Services – gibt es sie in fünf Jahren noch und kann ich dann auf die Musik, die ich heute gesammelt und gehört habe, noch zugreifen?

Was die Poll auch zeigt, ist dass bei der gekauften Musik das digitale Format die CDs und das Vinyl bereits überholt hat.

Sodann wurden in einer zweiten Studie (von Parks Associates im Auftrag von TargetSpot) Internet Radiohörer/-innen befragt, wie sie Musik kaufen. Es zeigt sich, dass sieben von zehn Personen Musik kaufen, nachdem sie das Stück im Radio gehört haben.

Purchasing Music, Internet Radio Listeners

Purchasing Music, Internet Radio Listeners (12.2010)


Die Poll bei dieser Konsumentengruppe zeigt, dass Musik vor allem gekauft wird, wenn sie bereits aus Streaming.Angeboten (in dem Fall Radio – aber die Resultate dürften wohl auf andere Services, Online-Musikzeitschriften und Blogs übertragbar sein) bekannt ist. Welche Entscheidungen zum Kauf führen, scheint aber noch nicht bekannt zu sein.

Vielleicht ist das alles gar nicht so anders, wie im Zeitalter vor der digitalen Revolution: Auch früher hatte man Radiostationen und Magazine seines Vertrauens, die wesentliche Rolle bei Kaufentscheidungen spielten. Auch Freunde spielen hierbei eine wichtige Rolle. Diese Dimension ist aber nicht Gegenstand dieser Untersuchungen. Und dies führt zu den (mindestens) zwei Faktoren, die sich grundlegend verändert haben:
1. Die Freunde sind beim Vorhören der Musik potentiell immer dabei: Man teilt interessante Musik über Facebook oder vergleichbare Plattformen und diskutiert dabei die Musik.
2. Die Musik, die vorgehört werden kann, ist in der Öffentlichkeit des Internets verfügbar. Diese Öffentlichkeit ist grundsätzlich anders als früher; unmittelbarer, gleichzeitiger. Ich musste früher Radiosendungen mitschneiden, die Sache auf dem Pausenplatz und Schulhof mit Freunden thematisieren (Hast du gestern … gehört?). Heute geht das alles synchron mit ein paar Mausklicks.