How Studios Work

Vorbemerkung: Das Interesse an «How Music Works»
Ich interessiere mich sehr für Musik. Ich habe auch ein paar Freunde aus der Musikbranche. Der eine ist ein DJ und zudem noch Produzent. Der andere schreibt Musik, unter anderem für Werbespots sowie Filme, und hat ein Familiengeschäft daraus gemacht, alle in der Familie machen mit: Der ältere Bruder sorgt für neue, fruchtbare Bekanntschaften bzw. potentielle Auftraggeber, die jüngere Schwester singt und schreibt Texte für Lieder, und er selber bildet den Kern des Betriebs, indem er Musik komponiert. Beide Freunde besitzen je ein Studio, der zweite hat es mit diversen Musikinstrumenten wie verschiedene Arten von Gitarren ausgestattet. Inspiriert durch die Kreativität meiner zwei Kollegen, habe ich selber eine Zeit lang als DJ aufgelegt. Aufgrund meiner Liebe für die Musik habe ich das Modul «How Music Works» gebucht.

Einleitung
Für unsere letzte schriftliche Arbeit habe ich mich entschieden, einen von diesen zwei Freunden zu gewissen Ansätzen aus dem Kapitel «In the Recording Studio» zu befragen. Hauptsächlich aus zeitlichen Gründen hat sich Robert Jan Meyer, DJ und Produzent, für ein kurzes Interview mit mir bereit erklärt. In den letzten paar Jahren legt er immer öfters an Hochzeiten auf und nimmt ab und zu Freunde als Begleitung mit. Letzthin hat er mich wieder einmal angefragt, ob ich an eine Hochzeit in Meggen, in der Nähe von Luzern, mitkommen mag, worauf ich mit „ja“ geantwortet habe, denn ich habe sofort auch an die wunderbare Möglichkeit für das Gespräch gedacht, sodass man das Vergnügen mit der Arbeit verbinden kann. Die Hochzeit fand in einer wunderschönen Villa mit einer herrlichen Aussicht auf den See statt. Vor der festlichen Mahlzeit habe ich tatsächlich die Zeit genutzt, um Robert Meyers Meinung zu bestimmten Ansichten von Byrne zu erfahren. Nun gehe ich auf das Verfahren ein – ich bin folgenderweise vorgegangen: Ich habe vier Textpassagen aus dem Buchkapitel «In the Recording Studio» ausgesucht, sie kurz vorgestellt und ihn nach seiner Sichtweise betreffend Byrnes Thesen gefragt.

Musikstudio
Ganz zu Beginn schreibt Byrne, dass zu dieser Zeit, als er ins Musikgeschäft einstieg, es üblich war, dass man Lieder aufnahm, indem man jedes einzelne Instrument auf je eine Bandspur aufnahm („multitrack recording“). Dies geschah in einem dafür spezialisierten Musikstudio, das mit einer dicken Tür, viel Holz und mit einer umfangreichen, musikalischen Apparatur ausgestattet war. Die Band spielte zunächst in einem Zimmer, danach hörte sie sich die Aufnahmen in einem anderen Zimmer an. Byrne meint jedoch, dass diese Ära nun zu Ende geht.1 Meyer sagt, dass Byrne in dieser Hinsicht Recht habe, denn das Aufnehmen von Musik gilt als Sache der Technologie, die sich mit der Zeit verändert hat: Früher war es schwierig und teuer, viele Spuren aufzunehmen, heute geschieht dies digital, demzufolge kann man mehrere Spuren problemlos aufnehmen. Dies stellt vor allem einen Unterschied dar. Aber das Verfahren ist im Prinzip immer noch gleich wie damals, jedoch erfolgt es mithilfe einer neuen Technologie: eine Band spielt, sie wird aufgenommen, wobei es nicht darauf ankommt, ob digital oder analog, und anschliessend werden die Aufnahmen abgehört. Dabei differenziert Meyer Musik in zwei Richtungen: Band-Musik und eine elektronisch hergestellte Musik, die nicht in Echtzeit aufgenommen werden muss. Es kann somit sein, dass jemand die Musik aufnimmt, eine andere Person spielt sie elektronisch ein, in diesem Fall ist die Rede von einem Projektstudio. Mit dem Internet ergeben sich wiederum auch viele neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel, dass zwei Künstler, einer von Amerika aus, ein anderer von der Schweiz aus, die Musik in Echtzeit zusammen aufnehmen können.

Bezüglich der Ausstattung des Studios meint Meyer, dass Attribute wie dicke Tür, Holz, auch wenn nicht ganz so optimal, immer noch aktuell sind bzw. die Gesetze der Physik sind heutzutage immer noch gleich. Die alten musikalischen Geräte der 50er-, 60er-, 70er-Jahre sind ebenfalls immer noch gesucht und begehrt. Sie sind auch immer noch so teuer, auch wenn es digitale Simulationen von diesen Geräten gibt, die zwar das Gleiche wie in einem grossen Studio reproduzieren, aber eben digital auf dem Computer, dementsprechend sind sie viel günstiger, „aber fast so gut wie die Originale“, so Meyer.

«Finanzen singen Romanzen»2
Byrne meint, dass Finanzen, vor allem die, die von den Aufnahmetechnologien diktiert wurden, die Musik beeinflussten. Begrenzte Finanzen fördern ihrerseits Kreativität und dies sei gut, so Byrne. Damals mussten die Entscheidungen, ob zum Beispiel die Musik gut gespielt wurde, schnell getroffen werden, Verzögerungen kosteten wiederum Zeit, dementsprechend Geld. Somit haben die Finanzen zwar keine direkte Wirkung auf die Melodie, Texte oder Harmonie, dafür aber auf die Klangqualität.3 Robert Meyer meint dazu, dass die Digitalisierung den grössten Wandel gebracht hat, denn früher kostete eine Aufnahme mehrere Tausend Franken, es brauchte also hohe Vorschüsse, und durch die Digitalisierung sind die Kosten extrem gesunken. Heute hat ein Bedroom-Producer wie Martin Garrix, der quasi nur einen Lap-Top hat, minimale Produktionskosten, die nicht ein paar Hundert Franken übersteigen. Im Gegensatz dazu investiere Madonna viel mehr Geld in die Produktion, sie stelle nämlich viele Personen ein, damit ihre Stücke überhaupt gut klingen, so Meyer. Wer also heute eine gute Musik-Idee hat, könne schon mit wenig Geld eine Top-Produktion machen. Daraufhin kommt Meyer auf Punk- und Rock’n’Roll-Musik zu sprechen, diese Musik wurde seiner Meinung nach auf eine schnelle, günstige, aber auch unperfekte Weise produziert, dies stelle auch die Idee hinter dieser Musik dar. Geld sei somit kein entscheidender Faktor, man müsse es schon in die Produktion investieren, damit die Qualität auch stimme. Anschliessend sagt Meyer, dass David Guetta zum Beispiel mehr Geld ausgebe als jetzt Meyer selber, aber Guetta sei auch ein Weltklassen-DJ, bei dem müsse die Qualität gut sein. Die Idee sei aber viel wichtiger als das Geld, zieht Meyer als Schlussfolgerung. Dies illustriert er an einem aktuellen Beispiel: Die neuen, jungen Künstler wie Robin Schulz machen ihre Lieder auf eine einfache, laienhafte Art, ohne hohe Kosten und stürmen damit die Hitparaden, so Meyer.

Remixes
In einem weiteren Abschnitt erwähnt Byrne die 80er-Jahre und die Clubmusik, es war die Zeit der innovativen Mischung und Entwicklungen in der Pop-Musik. Er wollte damals, dass seine Lieder auch in den Clubs gespielt werden, weil es für die Künstler quasi als eine Art von Bestätigung galt. DJs nutzten somit die Lieder der anderen Künstler und machten etwas Eigenes daraus.4 Meyer meint dazu, dass in den 80ern die DJs aufkamen und dass Vorreiter wie Ben Liebrand „tanzbare Editions“ von den Stücken machten. Im Vergleich zu heute war es jedoch eher ein Auftrag von den Künstlern an die Remixes-Macher, es brauchte folglich ein Einverständnis seitens der Künstler. Heutzutage nehmen die jungen Remixer die Lieder, ohne um Erlaubnis bei den Künstlern zu fragen, „tun den Beat drunter“, sodass die Stücke für die Clubs geeignet sind, und laden sie auf «Soundcloud» hoch und haben vielleicht sogar Erfolg damit, so Meyer. Seine eigenen Lieder werden auch immer wieder zum Beispiel im Radio gespielt, worüber er sich dann auch freut.

Neue Technologien
In den 90er-Jahren erlaubten die neuen Technologien den Musikern von zuhause aus professionelle Aufnahmen zu machen. Infolgedessen meint Byrne, dass das Verlangen nach einem teuren klassischen Studio beginnt, überflüssig zu sein.5 Mit der technischen Entwicklung sparen die Künstler heutzutage die Produktionskosten. Der Vorteil dieser Tendenz zeigt sich in der Demokratisierung der Musikbranche, es kommen also immer wieder neue Sachen raus, der Nachteil dieser Entwicklung liegt darin, dass die Quantität nicht immer die geforderte Qualität erfüllt, so Meyer. Eine gute Musik zu machen erwies sich schon immer als schwierig, und mit den neuen Technologien ist es auch nicht anders. Die Technik hat in dem Sinne zwar einen Einfluss auf die Aufnahmequalität, jedoch keine Auswirkung auf die künstlerische Qualität.

Ausserdem teilt Meyer Byrnes Ansicht betreffend die klassischen Studios nicht: Wenn man «Oldschool-Sound» macht, wie dies bei Amy Winehouse der Fall war, ist man immer noch auf die guten Studios angewiesen. Anschliessend erwähnt Meyer «Abbey Road Studios», die immer noch unerreicht sind: „Wenn man diese Soundästhetik haben will, ist es immer noch am besten, in einem klassischen Tonstudio aufzunehmen“, so Meyer. Die modernen Bands begehren immer noch die alten, klassischen Studios. Die Technologie werde zwar günstiger und raffinierter, aber nicht unbedingt besser, präzisiert er. Er fügt hinzu, dass in den 70er-Jahren die Hörqualität dank den Kassettengeräten, Plattenspielern und grossen Boxen viel besser war im Vergleich zur Gegenwart, 90% der Menschen hören sich heutzutage die Musik mithilfe eines Smart-Phones oder eines Lap-Tops an, und dies sei keine gute Qualität. Daraufhin bezieht er sich auf die Röhrenerfindung der 50er-Jahre: Die Röhrentechnologie für Verstärker sei immer noch der digitalen Technologie überlegen, Röhren galten mit dem Aufkommen der Transistoren als veraltet, aber wenn man das Neuste und das Teuerste kauft, ist man wiederum auf dem guten Weg, weil die Röhren wieder darin vorhanden sind.

Schlusswort
Im Grossen und Ganzen stimmt Meyer Byrne eher zu, auch wenn er meint, dass Byrne in gewissen Ansichten zu voreilig sei, wenn er zum Beispiel sagt, dass die Studios im klassischen Sinne dank den neuen Technologien als überflüssig gelten können. In der Hinsicht, dass die neuen Technologien einen grossen Wandel in der Musikbranche ausgelöst haben, decken sich die Sichtweisen von Meyer und Byrne. Dank den neuen technischen Möglichkeiten rücken die Finanzen bzw. Produktionskosten eher in den Hintergrund, und die künstlerische Kreativität wird dafür gefördert bzw. in den Vordergrund gestellt.

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.

Sia Furler

1 Ausnahmeerscheinung
Die australische Sängerin Sia, geboren als Sia Kate Isobelle Furler, ist in der heutigen Pop-Kultur eine absolute Ausnahmeerscheinung. Obwohl sie seit vielen Jahren im Business aktiv ist und viele Hits geschrieben hat, kennt man Sia erst seit einigen Monaten. „Mit ihrer enorm wandlungsfähigen Stimme. Mal kratzig-rau, mal in schwindelerregende Höhen entgleitend, opernhaft dramatisch, mal kräftig rockend, mal leicht und flüsternd singt sie ihre Texte über schwierige Beziehungen und die Tücken des Lebens. Das ist zeitgenössischer Pop voller Selbstbewusstsein von einer eigenwilligen Musikerin, die ihr Licht gern mal unter den Scheffel stellt.“6 Vom Phantom aus dem Untergrund bis zu ihrem ersten Nummer-1-Hit in den US-Charts hat sie einen erstaunlichen Weg hinter sich. Momentan ist sie mit 39 Jahren auf der Überholspur im Pop-Business und hat aktuell einen unglaublichen Hype um ihre Person ausgelöst. Anstatt sich ins Rampenlicht zu drängen, spielt Sia ein kreatives Versteckspiel mit den Medien, was die Aufmerksamkeit zusätzlich steigert. Es entstehen viele Gerüchte um ihre Person und sie weiss davon zu profitieren. Ihr Erfolg war absehbar, weil sie unheimlich talentiert ist, äusserst ehrgeizig arbeitet und in den letzten 15 Jahren mit grossen Stars kollaboriert hat.

2 Karriere
Sie ist wandelbar wie ein Kameläon und vielseitig künstlerisch begabt. Sie konnte in verschiedenen Musik-Genres überzeugen und wechselte ständig ihre Labels und Produzenten. „Sia erreichte erst kommerziellen Erfolg, als sie nach Grossbritannien auswanderte, um eine Solokarriere zu starten. Im Jahr 2000 unterschrieb sie einen Vertrag beim Sony Music unterstellten Label DancePool, bei dem sie ihr Album „Healing Is Difficult“ veröffentlichte. Die Musik bestand aus einer Mischung aus Rhythm and Blues und Jazz. Das Album enthielt die beiden Tracks „Drink to Get Drunk“ und „Little Man“, welche im Underground Bekanntheit erlangten, und den Track „Taken for Granted“, der es sogar in die Top 10 der britischen Charts schaffte. Trotzdem verließ sie das Label von Sony Music und unterschrieb danach bei Go! Beat Records. „Breathe Me“ erlangte größere Bekanntheit, da dieser Track während der langen Schlussszene der letzten Folge von „Six Feet Under“ zu hören ist. Anfang des Jahres 2006 wurde der Vertrag mit Go! Beat Records wieder aufgelöst, da Sia von der Promotion enttäuscht war. Im Jahr 2008 produzierten Djs Remixe ihrer Single „The Girl You Lost to Cocaine“. Diese Mixe wurden besonders in der Trance-, House- und Progressiveszene in vielen Livesets und Radioshows eingemischt, was zu einer erheblichen Bekanntheitssteigerung führte.“7
Der Ruhm machte ihr schon damals schwer zu schaffen. Zwar gestand sie sich auf ihrem vierten Album, „Some People Have Real Problems“, ein, dass ihre Sorgen sich zum Elend auf der Erde relativ verhielten. Ihre Depressionen und inneren Dämonen aber blieben. Nach der fünften Platte, „We Are Born“, gab sich Sia ihrer Drogensucht hin und schrieb auf dem Tiefpunkt ihre Lebens gar einen Abschiedsbrief mit Suizidgedanken. Wie das Leben so spielt, folgte kurz darauf ihr kometenhafter Aufstieg in den Pop-Himmel. Der entscheidende Moment, an dem sie endgültig aus ihrem Schatten sprang, verdankt sie einem Zufall. Das Lied „Titanium“ feat. David Guetta war ein Glücksgriff für sie. „Diese Kooperation war nicht ohne Tücken: „Titanium“ hatte Sia eigentlich als Demo für Mary J. Blige geschrieben. Entsetzt reagierte sie, als Guetta den Song mit ihrer Stimme veröffentlichen wollte. Angeblich würde die Kommerzialität der Produktion ihrer Glaubwürdigkeit schaden. Mittlerweile gibt Sia zu, dass Guettas Entscheidung wohl das Beste war, was ihrer Karriere passieren konnte.“8
Sia hatte im Mainstream Fuss gefasst und nahm die Gelegenheit wahr, ihren Ruhm Schritt für Schritt zu steigern: „Im Dezember 2011 erschien eine weitere Single namens „Wild Ones“, bei der sie mit dem Rapper Flo Rida zusammenarbeitete. Im September 2012 kam die Single „She Wolf“ heraus, die sie wieder zusammen mit David Guetta aufgenommen hatte. Ihre Genialität, in kurzer Zeit eingängige Lieder zu schreiben und diese angemessen als Vorproduktion einzusingen, hat ihr zum Durchbruch verholfen. Sie schrieb unter anderem auch einige Songs für Rihannas Album „Unapologetic“, darunter die Hitsingle „Diamonds“, die sie in nur 14 Minuten schrieb. Unter anderem schrieb sie auch die Lyrics von „Pretty Hurts“ für Beyoncé, „Perfume“ von Britney Spears, „Double Rainbow“ von Katy Perry, „Loved Me Back To Life“ von Céline Dion oder „Kiss Me Once“ von Kylie Minogue. Sie sang im Studio für Eminem und David Guetta und war froh, wenn nichts weiter von ihr zu sehen war als die Autorenhinweise im Kleingedruckten.“9
Ob sie selbst mit ihren eigenen Songs in die kommerziellen Sphären ihrer Auftraggeberinnen wird aufsteigen können, da ist sich Sia Furler nicht sicher. Bislang hat sie mit dem klassischen musikalischen Kerngeschäft, also dem Verkauf von CDs und Konzerttickets, angeblich „noch keinen einzigen Cent verdient“10. Das Geld komme vor allem herein durch Lizensierungen: Sias Songs sind beliebt bei Produzenten von TV-Serien, Filmen und Werbeclips.
Normalerweise kritisiert man Pop Stars, weil ihre Texte oft von Ghostwritern geschrieben werden, aber bei Sia weiss man, dass sie Welthits aus dem Hintergrund heraus erschaffen hat und keinen Rummel um ihre Person will, sie schreibt ihre Texte selber, auch wenn man nicht weiss, mit welchen Tricks sie arbeitet.
Im Juli 2014 veröffentlichte Sia ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „1000 Forms of Fear“; die erste Single aus dem Album „Chandelier“, erschien im März 2014.
Sie werde sich betrinken, jubiliert sie, und an ihrer Luxuslampe durch die Nacht schaukeln, als gäbe es kein Morgen. In Amerika ist Sia erst mit „Chandelier“ und nun auch mit dem ganzen Album in den Hitparaden auf dem ersten Platz gelandet.
423 Millionen Menschen sahen sich bereits die Tanzperformance der 11-jährigen Maddie Ziegler an, die in dem Video zu Sias Hit hinreißend tanzt. (Stand 4.1.15)


Sia: «Chandelier». Text und Musik: Sia Furler & Jesse Shatkin. Nachweis (Single): Monkey Puzzle, 2014. Video: https://www.youtube.com/watch?v=2vjPBrBU-TM (gesichtet am 9.1.15)

3 Versteckspiel
Einer der vielen Gründe für Sias Erfolg ist ihr Image. Sie spielt mit uns Verstecken, was sie unantastbar macht. Die Privatperson zu verbergen und durch die Kunst zu überzeugen macht sie authentisch. In ihrem leidenden Wesen spürt man den Schmerz und gleichzeitig die Liebe zur Musik. Ihre Musik ist tiefgründig, ihre Performances extraordinär, sie wirkt stark und zerbrechlich zugleich. Man fühlt, dass die Texte sehr persönlich sind und glaubt ihr die Probleme.
Wenn sich schon ihr Pop nicht mehr versteckt, dann eben sie selbst. Auf dem Albumcover strahlt nur ihr Logo mit dem anonymen blonden Bob. Auf Pressefotos trägt sie eine Papiertüte über dem Kopf und auf der Bühne lässt sie sich gern von Tänzern mit ihrer Perücke vertreten. Sie steht während den Konzerten zum Teil mit dem Rücken zum Publikum, als stehe sie über den Normen und nähme das Theater nicht wirklich ernst. Sie mag es auch nicht, fotografiert zu werden. Sie ist vielleicht die einzige Künstlerin, deren Plattenvertrag eine Klausel enthält, die sie von der Pflicht zu Tourneen und Interviews entbindet. Trotzdem kennt sie mittlerweile jeder. Sie überzeugt mit ihren eingängigen Liedtexten und ihrer phänomenalen Stimme. Jeden einzelnen Song auf „1000 Forms Of Fear“ hätte Sia verkaufen und damit andere Stars noch erfolgreicher machen können. Nicht nur die epischen Refrains hat sie diesmal für sich behalten, sondern auch das dumpfe Herzklopfen im Beat und dem Zuhörer, die kunstvollen Arrangements mit Streichern und Klavieren, sowie die eigenwilligen Melodien.
„Meine Musik ist manchmal ja ein bisschen kitschig“, sagt sie, „also muss ich umso mehr auf meine visuelle Erscheinung, auf mein Image achten.“ So naiv das klingen mag, Sia Furler weiß wie das Geschäft läuft und hat kein Problem damit, sich selbst als „Produkt“ zu bezeichnen.“11
Dass Sia ihre Songs jetzt wieder selbst singt, sorgt im Popgeschäft für helle Aufregung. Alle wollen sie singen und ihre zwei Seelen miteinander ringen sehen, ihren Schöpferstolz und ihre Scheu, ihr Kampf mit sich selbst und der Öffentlichkeit. Sie gibt dafür in ihren Liedern mehr preis, als man je sehen könnte.
„Wo Lady Gaga und Gorillaz aufhören, tiefer zu gehen, setzt Sia an. Keine Comicband, keine Verkleidung sondern einfach alle möglichen Personen mit ihrem typischen blonden Bob. Und wo Management, Spaß oder künstlerischer Anspruch sonst treibende Kraft waren, ist es in diesem Fall sie selbst. Vielleicht jedoch ist Sias künstlerischer Ansatz mit das Ehrlichste, was es zur Zeit in den Charts gibt.“12
Sia braucht die Verkleidungen, weil nicht ihr Körper im Mittelpunkt stehen soll sondern ihre Kunst. Sie gibt einem das Gefühl introvertiert zu sein und dass sie sich im Studio wohler fühlt als auf der Bühne. Sie weiß als Songschreiberin für Überstars zu gut, wie das Popgeschäft funktioniert: Man muss sich zur Kunstfigur mit extravagantem Knall an der richtigen Stelle stilisieren und den Nerv der Zeit treffen. „Dem Glee-Star Lea Michele hat sie geholfen, den Abschiedssong „If You Say So“ an ihren toten Freund Cory Monteith zu formulieren. Beyoncé hat sie das Album-Eröffnungsstück „Pretty Hurts“ auf den perfekten Leib geschrieben. Nur wenn es um ihre eigene Musik geht, hat sie sich noch nie so extrovertiert gezeigt. Vier Alben lang versteckte sie ihren Pop in leicht abseitigen Indie-Arrangements und Selbstironie, das vorletzte nannte sie „Some People Have Real Problems“.“13 Auf ihren letzten Alben hat sie versucht ihren persönlichen Schmerz zu verarbeiten. Sie hat viele Schicksalsschläge erlitten, am schlimmsten hat sie den Tod ihres Ex-Freundes getroffen. Dank ihrer persönlichen Schmerztherapie mit Musik, hat man langsam das Gefühl sie habe sich wieder gefangen und dass die Leute ihr den Erfolg von Herzen gönnen.

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)

New Wave als Phänomen der Postmoderne. Wie dieser Zeitgeist die Philosophie vieler New Wave Bands prägte. Devo und die B-52’s.

Die folgenden Abschnitte behandeln das Aufkommen der New Wave/Post Punk Bewegung Ende der 70er und zu Beginn der 80er Jahre. In diesem Zusammenhang soll die Postmoderne, als die prägende Zeit, thematisiert werden. Die Charakteristiken und Einstellungen dieser Neuen Welle in der Punk Rock Szene, werden anhand der beiden Bands Devo und den B-52’s veranschaulicht. Im Zentrum steht der Aspekt der Ironie, als eine neue, künstlerische Ausdrucksform.

Der Begriff – New Wave 
New Wave ist ein Begriff aus der zweiten Hälfte der 1970er, der zunächst für die Punk Bewegung verwendet wurde. In den späten 70er und zu Beginn der 80er, wurden der Bezeichnung neue Bedeutungen zugeschrieben. Darunter waren neu gegründete Bands, die Grundstrukturen des Punks, mit fremden Elementen und neuen Musikstilen erweiterten. Der Name war vorerst im britischen Raum verbreitet und gelangte dann nach Nordamerika, wo er unter anderem für die Talking Heads und The Ramones verwendet wurde. Zunächst galt die Bezeichnung für Bands die im CBGB Club auftraten. Der CBGB Club repräsentiert den Kern oder Ursprung der Punk Bewegung.
„Die Formulierung ‚New Wave‘ ist neutraler und ‚wertfreier’. ‚New Wave‘ bezeichnet eine neue Mode, deren Form und Inhalt austauschbar sind. Die Verwendung des Begriffs ‚New Wave‘ entkleidet den Punk Rock somit seiner sozialen und gesellschaftlichen Implikationen.“ Eugene Wiener: New Wave – Analyse einer Verkaufsstrategie.14
Die Bands der New Wave Bewegung zeigten sich eigensinnig und experimentell. Es entstanden neue Mischformen und Varianten die in diese Stilrichtung eingeordnet wurden, was zutreffender war, als das konkretere Genre Punk. The Police mischten beispielsweise Punkt mit Reggae. Da die Post Punk Bewegung etwas Neues ausdrücken wollte, entstand der Begriff New Wave oder Neue Welle. Es wurde davon ausgegangen, dass es sich nur um ein kurz anhaltendes Phänomen handle, deshalb die Betitelung Welle. Die Rockmusik der 70er, wurde aufgrund ihrer artifiziellen und gestellten Live Auftritten vom Publikum als entfremdend wahrgenommen. Aus dieser Tatsache entstand New Wave, als Antwort auf diesen Zustand. Wichtige Bands dieser Bewegung waren The Stranglers, Ramones, Talking Heads, Devo die B-52’s und andere. Zu Beginn der 80er, veränderte sich die Bedeutung dieses Stils. Die führenden Punk Bands, auch bezeichnet als „New Wave Elite“, liessen sich von Major Labels einkaufen. Sie traten also in die Fußstapfen derer, gegen die sie zuvor rebelliert hatten. So fand auch in dieser Musikszene eine Kommerzialisierung statt.
„Ohne Zweifel haben die großen Firmen den Punk Rock zum Teil aufgekauft, korrumpiert. Die Firmen haben erhebliche Investitionen getätigt. Investitionen, die in Equipment transformiert wurden. Und dieser Prozess hat den Punk Rock per definitionem in einen ‚Expanded Rock‘ verwandelt.“ Eugene Wiener: New Wave – Analyse einer Verkaufsstrategie.15
New Wave war kommerziell verrufen. Daraus entstand die Begriffe „Post Punk“ oder „No Wave“ für die Gruppen, die sich nicht durch dieses kommerzielle Umfeld definieren lassen wollten, sich jedoch musikalisch stets an den Punk Wurzeln orientierten. Progressive, politische Post Punk Bands, sahen sich als Fortentwicklung der unpolitischen, mit einer „No-Future“ Philosophie. Punk wurde durch neue, für die Musikrichtung untypische Instrumente erweitert und andere Genres wie Funk und Blues wurden in die Musikrichtung integriert. Kommerziell erfolgreiche Bands wie Franz Ferdinand, Interpol und Arctic Monkeys orientierten sich ebenfalls an der Musik und Ästhetik des Post Punk.

Die Postmoderne – Devo – Die B-52’s
Die Postmoderne ist ein zentraler Begriff für die Veränderungen der 80er. Er beschreibt unter anderem ein Produkt des Medienzeitalters, am häufigsten verwendet im Zusammenhang mit Popkultur. Der postmoderne Geist, umfasst sowohl die Konservenkunst von Andy Warhol, als auch die Musik der Talking Heads. Die Bezeichnung für eine neue kulturelle Attitüde. Postmodern kann als intellektuelle Adaption, an die Bedingungen des modernen Lebens verstanden werden. Ironie wird ein zentrales Mittel zum Ausdruck. So ahmt beispielsweise David Byrne in „True Stories“ das industrielle Ödland nach, er denunziert es jedoch nicht, sondern lacht darüber und macht sich einen Spass daraus. Diese ironische Einstellung ist charaktergebend für diese Zeit und prägte somit auch die aktuelle und aufkommende New Wave und Post Punk Bewegung. Bestimmend für diese Ära waren auch die Massenproduktion und der Massenkonsum. Diese Tatsachen wurde von Künstler wie Andy Warhol und Bands wie die B-52’s aufgegriffen. Wie Warhol sagte, ein Zeitalter des Warenfetischismus verlangt auch Kunst über Warenfetischismus. So kritisiert er nicht unbedingt diese Kultur, sondern macht uns darauf aufmerksam und scheint es unterhaltend zu finden.16 Die Technischen Fortschritte und die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Maschine, waren ebenfalls Neuentwicklungen der Postmoderne und wurden von New Wave Bands thematisiert und in Kunst und Musik verwandelt. Wie im Videoclip zur gecoverten Stones-Hymne erkennbar wird, stellten Devos Aufführungen verrückte Roboter dar. Der Bandname Devo, steht für „De-Evolution“.

https://www.youtube.com/watch?v=jadvt7CbH1o&index=2&list=PLCID_9VekLEuFDjehM_nDf9ADRfajFqQ3
Sie vertreten die provokative Annahme, die Menschheit unterliege keiner Evolution, sondern entstamme von halbmutierten Affen, die sich rückwärts, also zurück entwickeln. Die meisten ihrer Songs handeln um diese „Philosophie“.17
Devo entwickelte sich musikalisch zum Bindeglied zwischen instrumentaler Rockmusik und computergeneriertem Sound. In kurzer Zeit, bauten sie eine Brücke von The Ramones zu Kraftwerk und wurden zur ultimativen Neuentdeckung. Hiroyuki Hayashi der Band Polysics sagt: „Als ich Devo zum ersten Mal sah, drehte sich meine Sichtweise von Rockmusik um 180°. Ich dachte: „Ich will unbedingt genau solche Musik machen wie Devo“.18
Die B-52’s ahmen den Stil der 50-60er nach. Eigentlich erkennt man eine Mischung aus Kult-Undergroundclub CBGB, Kindergeburtstag und Fifties-Kitsch. ARTE schreibt: „Retro, Spass und Cartoon, das ist das künstlerische Universum dieser Ikone der 80er die mit Vorliebe surrealistisch-abgedrehte Klänge absondern“.19Die bunten B-52’s fielen auch optisch im Gammel-Look der Punkwelle auf. Geprägt wurden sie unter anderem von Andy Warhols Pop Art. „Die B-52’s machen den Kitsch wieder salonfähig!“20
Die Band wurde 1976 in Athens – Giorgia gegründet, eine Studentenstadt, die bekannt für verrückte Vögel war. Ein Markenzeichen der Band, sind die turmhohen, hochtoupierten Haare der Mitglieder Kate und Cindy. Eine Hommage an die 60er, an Dusty Springfield und Audrey Hepburn.21 Der Name The B-52’s stammt aus einem Südstaaten Spitznamen für die Frisur von Kate und Cindy. Dieser bezieht sich auf die Bugspitze des Flugzeuges mit dem Namen: Boeing B-52.22Neben den zwei weiblichen Sängerinnen Kate Pierson und Cindy Wilson, sind Ricky Wilson – ihr Bruder (1985 verstorben), Fred Schneider und Keith Strickland weitere Bandmitglieder. In ihren Live Auftritten vereinen sie „B-movie“ „sci-fi“ Keyboard Klänge, rockiges Gitarrenspiel, schriller und melodischer Gesang und komische Texte. Ihre Anerkennung der Überreste der veralteten 50-60er Pop Kultur, die in den 80er wertlos geworden waren und als „trashig“ und kitschig angesehen wurden, ist unmissverständlich. Die B-52’s gelten als Paradebeispiel für New Waves starker Tendenz zur Ironie.23 Auf verspielte Art und Weise, wird die Eigenartigkeit, das Komische der Vergangenheit, in der Gegenwart neu inszeniert. Die ironische Haltung besagt etwas und ermöglicht zugleich andere, kritischere Sichtweisen auf das Gesagte. Die Überlagerung mehrerer Bedeutungen lassen Ironie entstehen. Die humorvolle Ironie der neuen Bands, ernüchterte die Seriosität, welche die Rock Szene überkommen hatte und wandelte so auch die Musiker von Unterhalter in Künstler. Ironie kann jedoch eine heikle Angelegenheit sein. Das zeigte sich in B 52’s kritischer Rezeption und in ihren Bestrebungen, ihre Haltung zu verteidigen und zu definieren. Kritiker versuchten dieser verrückten Mischung aus Go-Go Stiefel, Miniröcke, Flügel, Bongos, Strandfilm und Ausserirdischen einen Sinn zu geben und suchten nach zahlreichen Bedeutungen.

Camp – Kitsch – B-52’s
„Kitsch“ beschreibt die Ästhetik von schlechtem Geschmack und verarmter Qualität.24 Er wurde als Nebenprodukt der Industriellen Revolution gesehen. Dieser liess eine Kluft, zwischen der Oberschicht mit ihrer Hochkultur und objektiv gutem Geschmack und die von Kitsch- Massen- und Merchandising Produkte und schlechtem Geschmack geprägte Mittelschicht, entstehen. „Camp“ liegt nahe bei Kitsch und impliziert eine bewusste und theatralische Umsetzung der Extravaganz und Künstlichkeit des veralteten Pop. Das Publikum oder die Anhänger von Camp fielen auf, durch ihre „tuntige“ Art und Erscheinung. Demnach wurde Camp homosexuell konnotiert und denunziert. Die B-52’s entfernten sich von den kategorischen Beschreibungen der Presse über Rock, den diese Künstler wollten nicht schubladisiert werden. Die drei männlichen Mitglieder der Band sind alle homosexuell, doch enthielten sie der Presse diese Information vor. Zu der Zeit waren es nur eine Handvoll Musiker, die ihre Sexualität öffentlich preisgaben. Folglich wurden diese fast gänzlich über diese Tatsache definiert, mehr als über ihre musikalischen Leistungen. Hätten sich die Mitglieder der B-52’s geoutet, hätten sie es den Kritiker aufgrund ihrer extravaganten Erscheinung einfach gemacht, sich als Tuten und Schwule definieren und abstempeln zu lassen. Die B-52’s setzten ihre Materialien und Kostüme ironisch ein, was schwierig machte zu bestimmen, ob sie diese Artefakte der Vergangenheit kritisierten oder zelebrierten. Sie betrieben eine Art Bekleidungsanarchie.
Pop Art und New Wave waren geprägt von der zunehmenden Wichtigkeit von Konsumgütern in der modernen Gesellschaft. New Wave Gruppen parodierten auch die Sprache und Metaphorik der Werbung-Ära. Im visuellen Design von Devo wird dies erkennbar. Sie betrieben ironischerweise selbst Merchandising, in dem sie in ihrem Fan-Katalog für Devo T-Shirts oder 3D-Brillen warben. Dazu bedienten sie sich typischer, zeitgenössischer Werbestrategien. 3D-Brillen standen symbolisch für die neue Disponibilität, moderner Produkte auf dem Konsumentenmarkt. Das werben um „modernes“, war eine Kernkomponente vom Marketing- und Promotionszeitalter ab den 60er. Die Funktion des Produktes war weniger wichtig als seine Neuheit und Neuigkeit. Die Konsumgüter waren reduziert auf ihre Oberfläche. Folglich wurde es zur Normalität, das Güter kontinuierlich weggeschmissen und ersetzt wurden. Produkte wurden verworfen aufgrund der Tatsache nicht mehr stylish zu sein. Diese Eigenschaften der Konsumkultur interessierte die Pop Künstler. In den 70ern wurden viele dieser ehemaligen Neuheiten, unter anderem Kleidungsstücke, auf Flohmärkten wieder verkauft. Schlussendlich landeten sie mit den B-52’s auf der Bühne, wo sie in ungewöhnlichen Kombinationen getragen wurden. Das Resultat war eine Ansammlung von Konsumgut, deren Bedeutungen und Konnotationen nun nicht mehr eindeutig waren und somit in Frage gestellt werden konnten. Der Begriff „Bricolage“, steht für dieses neu-Zusammenstellen von veralteten Waren. Altbekannten Zeichen und Symbolen werden zusammengelegt und in einen neuen Kontext gebracht, der die Welt mit ihren Muster in neue, überrasche Weise erscheinen lässt. Die B-52’s scheuten vor der Kategorisierung von Camp und Kitsch, denn sie zwang Produkten eine Hierarchie von Geschmack auf.  Die Band beteuerte, die Waren wegen ihres Wertes und Nutzens zu tragen. Der Diskurs über Kitsch und Camp, wirbelt um die B-52’s und anderen New Wave Gruppen, denn er kreierte ein Chaos der Definitionen und Bedeutungen. Ein grosser Teil dieses Durcheinanders entstammte aus der ursprünglichen Abgrenzung vom heterosexuellen Mainstream, zum homosexuellem Camp. Dass viele, auch kommerzielle New Wave Bands den Camp Stil übernahmen, löste Besorgnis aus. Camp legte den Fokus auf veraltete Objekte und Produkte der populären Kultur, so entstand die Gefahr, der Aufhebung und Auflösung von definierten, ästhetischen Klassen. War es nun ein Akt von Gutem Geschmack etwas Herabwürdigendes zu zelebrieren? Wurde somit „Bad Taste“ zu etwas Gutem? Camp in New Wave, wurde so zu einem Etikett für die Rock Kritik.
Die B-52’s fanden schlussendlich ihre Anerkennung in New York, ihr theatralisches Vorgehen passte zur damals aufkommenden „Avant-garde“ und Performance Kunst. Die Band offerierte ihren Fans eine aufregende Alternative zur sozialen Konformität der Mittelschicht, ein ironisches Spiel, dass mehrschichtig und reich an Bedeutungen war. Sie griffen Modernes aus der Vergangenheit auf und im Zusammenspiel mit der Musik, veranlassten sie viele dazu, als revolutionärste Band der 80er Wende angesehen zu werden.
„Rock Lobster“, von Gitarrist Fred Schneider geschrieben, war der erste Song, der breite Aufmerksamkeit erregte. Er beinhaltet viele der aufgezeigten Besonderheiten und Merkmale der New Wave Band. Eines der kultigsten Songs der B-52’s, ein Meilenstein.25

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/

DX7 Digitaler programmierbarer Algorithmus-Synthesizer

Der „DX7“ wurde 1983 als „Digitaler programmierbarer Algorithmus-Synthesizer“ von Yamaha auf den Markt gebracht. Es war der erste für Konsumenten zugängliche, digitale und manuell programmierbare Synthesizer. Es besteht also die Möglichkeit Algorithmen selbst zusammenstellen. Seine Klangwelt reicht von elektrischen Pianos und Akustikgitarren bis zu perkussiven Klängen. Diese (zu der Zeit) neuen Klangdimensionen prägten die Pop und Rockmusik. Das elektrische Piano wurde zum Standard in „smooth Jazz“ Genres. So auch der Bass der zum Standard-Bass dieser Zeit wurde.26 New York Times schreibt über den DX7:
„Moderne Technik hat Mr. [Stevie] Wonder in die Lage versetzt, auf Reisen eine Ein-Mann-Band zu sein. Mit einem Yamaha DX7 Synthesizer, einem Linn Drum Schlagzeugcomputer und einem kleinen, tragbaren Lautsprechersystem sang und spielte er zwei Songs von In Square Circle in seiner Hotel Suite.“27
Die Tastatur und die Möglichkeit der Anwendung eines Controllers/Fussregler ermöglichten einen dynamischen Umgang mit dem Gerät und kreierten ein lebendiges Klangbild. Der DX7 ermöglicht die digitale Abspeicherung und somit ein schneller Wechsel von einem Sound zum anderen. Zudem war er einer der ersten Synthesizer mit MIDI und einer sechzehnstimmiger Polyphonie. Die sechzehn Stimmen werden alle durch 6 Operatoren (Sinus-Oszillatoren) erzeugt. Insgesamt beinhaltet der „DX7“ 32 Algorithmen, also 32 vorgegebene Kombinationen der sechs Operatoren die unterschiedliche Klänge, Orgel, Gitarre, Bass usw. produzieren. Zu den vorgegebenen Algorithmen lassen sich auch die Frequenzen der Sounds modulieren. Es besteht auch die Möglichkeit zur manuellen Programmierung, die jedoch technisches Know-How verlangt. Der Algorithmus wurde in einem von Yamaha entwickelten Chip vollständig digital implementiert. Die Klangerzeugung ist somit vollständig digital programmiert. Die Klangauflösung entspricht nur 12 bits, was im Vergleich mit seinen Nachfolgern zu höheren Verzerrungen führt.
Beispiele für die speziellen Klänge des DX7 findet man unter anderem auf den Alben von Depeche Mode sowie auch Brian Eno.28

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7

Roland TR 808 – Beispiel

Beastie Boys – She’s Crafty

Der Titel „She’s Crafty“ der Bestie Boys aus dem Album „Licensed to Ill” von 1986 ist geradezu exemplarisch für die Möglichkeiten einer drum machine wie der Roland TR 808.

Der klare, unnatürliche und industriell anmutende Klang, welcher nicht wirklich wie ein echtes Schlagzeug klingt ist die Kernkompetenz dieses Gerätes. Dieser reine analoge Synthesizer war sehr beliebt in der HipHop Szene der 1980 Jahre und gilt als einer der ersten programmierbaren Drumcomputer. Alle Titel des Albums „Licensed to Ill” sind mit den Beats der Roland TR808 versehen.
Typisch für dieses Gerät ist der Sound der Kick Drum, welche mit einem langen Delay versehen werden kann aber auch die HiHats mit ihrem sehr eigenen und interessanten Klang charakterisieren die Roland TR 808 unverwechselbar.
Besonders hervorzuheben ist der ultratiefe und extrem lang ausklingende Analog-Kick, welcher beispielsweise im Track „Low” von Flo Rida feat. T-Pain zum Einsatz kommt und so weiteren Basssound in dem Track überflüssig macht, um ein aktuelles Beispiel zu nennen. Bei HipHop-Producern erfreut sich die Maschine auch heute noch größter Beliebtheit.

https://www.youtube.com/watch?v=u3ryQ8O2rRg
Beastie Boys: «Licensed to Ill». Text und Musik: Adam Horovitz / Adam Yauch / Beastie Boys / Mike D / Rick Rubin. Nachweis (Album): CK 40238, 1986. Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=u3ryQ8O2rRg (Abgerufen: 11.120.2014)


FLO RIDA FEAT T PAIN: «Mail On Sunday ». Text und Musik: FLO RIDA, T PAIN. Nachweis (Album): Poe Boy Entertainment ‎– 442748-2, 2008. Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=UDAaevTq51I&list=PLB138BC905ADF54FC (Abgerufen: 11.12.2014)

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7

New-York-Punk

Eine Playliste (Quelle: Musikzimmer)

Punk hatte zwei Einflüsse: Garagerock und Glamrock.

Garagerock war eine direkte Wirkung des Erfolgs der Beatles in den USA. Die Kids in den 60er-Jahren wollten reihenweise Musik machen, die so klang wie die Beatles klangen. Viele gründeten Bands, spielten in Kellern oder Garagen (daher der Name), wenige schafften es, einen Schallplattenvertrag zu erhalten bzw. falls sie einen erhielten, dann bei einem kleinen, lokal operierenden Label. Garagerock ist Partymusik ohne Ansprüche und ohne künstlerische Ambitionen. Garagerock ist dilettantische Do-It-Yourself-Musik von Amateuren.

Als Rock sich weiter und weiter entwickelte setzten in den 70er-Jahren Progressiverock-Bands wie Emerson, Lake and Palmer, Genesis, Yes die Standards. Es gab – wie oft in der Geschichte – Leute, die mit der neusten Entwicklung nicht einverstanden waren und die sich  nach der guten alten Musik sehnten. Einer dieser Leute war Musikkritiker Lenny Kaye, später Gitarrist der Patti Smith GroupLenny Kaye gab 1972 einen sehr einflussreichen Sampler mit dem Namen «Nuggets: Original Artyfacts From The First Psychedelic Era 1965-68» heraus, eine Compilation mit Garagerock-Hits aus den 60er-Jahren. Die Botschaft, die er mit dem Sampler verband, lautete: Rock (’n‘ Roll) brauche eine Verjüngungskur. Der Weg, den Progressive-Bands und Stadion-Bands (Led Zeppelin, z.B.) eingeschlagen hätten, sei falsch. Rock sei nicht Kunst-, sondern  Partymusik. Punk war diese Verjüngungskur der Rockmusik.


V. A. (Elektra) & V. A. (Rhino): «Nuggets: Original Artyfacts From The First Psychedelic Era 1965-68». Elektra 7E-2006, Rhino 75466 [2 LP, 4 CD], 1972.

Der andere Einfluss waren die New York Dolls, eine Glamrock-Gruppe. Glam war eine subkulturelle Bewegung in der Rockmusik der 70er-Jahre. Die Vertreter/-innen trugen starkes Makeup, auffällige Kleidung, Plateauschuhe. Die breite Masse dachte, das sei zur Show, Insider wussten, dass es um eine Faszination am «Genderbending» und Androgynität ging. Glamrock brach radikal mit der Rocktradition, die Authentizität als einen der höchsten Werte hatte. Im Glam verkörperten Musiker/-innen bewusst Rollen. Am bekanntesten für sein Rollenspiel war David Bowie. Weitere Acts dieser Stilrichtung waren T. Rex, The SweetRoxy MusicLou ReedIggy Pop oder teilweise Queen und Elton John.

http://youtu.be/WLZNBbxJ2xo?t=1m27s
David Bowie: Rock ’n‘ Roll Suicide (Live im Hammersmith Odeon 3. Juli 1973)

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7

Son-Of-A Preacher Man – Dusty Springfield

Dusty Springfield veröffentlichte im November 1968 den Song Son-Of-A Preacher Man. Er erschien gemeinsam mit dem Song Just A Little Lovin’ (Early In the Mornin’), sowie später auf ihrem Album Dusty in Memphis (Atlantic, 1969).

Cover: Dusty Springfield: Son-Of-A-Preacher Man

Laut songfacts.com wurde Son-of-a Preacher Man ursprünglich Aretha Franklin angeboten, welche das Angebot ablehnte. Franklin, selbst die Tochter eines Pfarrers, hielt den Text für respektlos. Dusty Springfields Version ist zwar die bekannteste, aber längst nicht die einzige. Der Song wurde von vielen anderen Künstlern gecovert, darunter Elvis Presley und The Foo Fighters. Auf dem Album This Girl’s in Love with You (Atlantic, 1970) veröffentlicht Aretha Franklin schliesslich ihre Interpretation des Stücks. Dusty Springfields Variante stieg am 11.02.1969 auf Platz 9 in die Schweizer Hitparade ein und hielt sich zwölf Wochen in den Charts. Die Höchstposition von Platz 3 hielt sie zwei Wochen. In den amerikanischen Billboard Charts hielt sich der Song ebenfalls zwölf Wochen, allerdings mit einer Höchstposition bei Platz 10. Interessant ist, dass Dusty Springfield Jahre später gesagt haben soll, dass sie sich immer gewünscht hatte Aretha Franklich zu sein.

Der Song erhielt mehr als 20 Jahre später erneute Aufmerksamkeit, als Quentin Tarantino ihn 1994 in seinem Film Pulp Fiction als Soundtrack verwendete. Das Album Pulp Fiction Soundtrack (MCA, 1994) schaffte es im selben Jahr auf Platz 21 der Billboard Charts. Taranv cvctino soll gesagt haben, dass die bekannte Scene mit John Travolta und Uma Thurman vermutlich nicht verwirklicht worden wäre, hätte er Son-Of-A Preacher Man nicht verwenden dürfen.

Das Album Dusty in Memphis (Atlantic, 1969) war zu Springfields Zeit ein Flop und auch sie selbst war nicht zufrieden damit. Dennoch wurde es vom Rolling Stone Magazin auf Platz 89 der »Greatest Albums of All Time« gewählt. Gelobt wurde dabei die »sexuelle Ehrlichkeit« des Albums, die ganz besonders bei Son-Of-A Preacher Man zum Ausdruck komme.

 

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7

Postmodern Jukebox – We Can’t Stop – Miley Cyrus Cover

Postmodern Jukebox – We Can’t Stop – Miley Cyrus Cover

“Growing up as an aspiring jazz pianist, I wasn’t interested in listening to anything that might appeal to those that I deemed to possess a less than refined palette of musical taste.”29

Durch seine frühere Aversion gegenüber der Popmusik entschied sich der Musiker, Pianist und Komponist Scott Bradlee im Jahr 2013 dazu, die rotierende Musikgruppe „Postmodern Jukeboxzu erschaffen. Die Musikgruppe fokussiert sich dabei auf die Produktion von Popmusik Covers, welche sie im Jazz-, Ragtime- und Swing Stil einkleiden.

Die Musikgruppe wurde erstmals durch das Doo-Wop Cover von Miley Cyrus‘ Lied „We Can’t Stop“ bekannt. Seither verzeichnen Postmodern Jukebox auf Youtube unzählige Abonnementen und können sich vor Cover-Anfragen kaum retten.30

Das gecoverte Lied „We Can’t Stop“ von Miley Cyrus entstammt ihrem vierten Album „Bangerz“ (2013) und wurde für dessen Produktion und Originalität hoch gelobt. Der Inhalt des Liedtextes jedoch vermochte nur wenige Sympathisanten zu verzeichnen; da sich Cyrus durch explizite Texte zu einem neuen, provokativem Image verhalf.31

Die Cover-Version hat es trotz sexuell freizügigem Inhalt geschafft, dem Lied die fehlende Klasse zurückzugeben. Durch die stilvolle Bekleidung und einzigartige Stimme der weiblichen Sängerin, begleitet von der Acapella-Band The Tee-Tones, erhält das Lied einen völlig neuen, erfrischenden Touch. Der simple Aufbau des Videoclips – ein Zimmer mit einem Klavier, Cello, Schlagzeug sowie den Sängern – bietet dem Zuhörer die Möglichkeit, sich auf die Musik anstelle des visuellen Inhalts zu konzentrieren. Auch ist die Benutzung von echten Instrumenten anstelle von Synthesizer eine willkommene Abwechslung fürs Ohr.

Durch den einzigartigen Stil Mix zwischen alt und neu hat es Postmodern Jukebox geschafft, sich von den gängigen Coversänger/-bands abzuheben, da sie das Lied komplett neu interpretieren und dem somit eine neue Bedeutung verleihen. Das Lied kann deshalb als Oase inmitten dem Youtube-Einheitsbrei bezeichnet werden.

 

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7
  29. http://www.postmodernjukebox.com/about-postmodern-jukebox/ (zuletzt gesichtet: 7.10.2014)
  30. http://www.youtube.com/watch?v=pXYWDtXbBB0
  31. http://en.wikipedia.org/wiki/We_Can%27t_Stop (zuletzt gesichtet: 7.10.2014)

Clean Bandit (2014): Rather be

Clean Bandit ist eine Elektropopband aus England, welche von vier Studenten gegründet wurde. Die Mitglieder besuchten alle einst den klassischen Musikunterricht, frischen ihre Musik aber mit elektronischen Elementen auf.  Der Name der Band stammt aus dem Russischen und heisst übersetzt etwas Ähnliches wie «complete bastards». 2008 schlossen sich die drei Männer und eine Frau zusammen, ihr grosser Durchbruch gelang ihnen jedoch erst 2014 mit ihrem Song «Rather be».

«Rather be» brachte die englische Band auf die Spitze der Charts. Der Song enthält einige klassische Elemente wie Violine, Cello und Klavier. Das Ganze wird aber von elektronischen Beats unterstrichen und macht das Lied schliesslich zu einem Elektropopsong. Gesungen wird von Jesse Glynne. Die einzigartige Kombination von Klassik, Pop und Hip Hop verleiht «Rather be» einen hohen Wiedererkennungswert; der einfache Melodieverlauf Ohrwurmqualität.

Die Lyrics sind – ähnlich wie ihre Musikbegleitung – sehr simpel aufgebaut. So besteht der Songtext aus immer den gleichen, sich wiederholenden Strophen; nur zwei davon unterscheiden sich voneinander. Einige Teile des Liedes werden auch mit einfachen Füllwörter wie «Yeah», «hmmm» und «No, no, No» besetzt.

Trotz der inhaltilichen und musikalischn Einfachheit des Songs,  ist «Rather be» ein einzigartiges Hörerlebnis. Clean Bandit kreierte ein fröhliches, lebhaftes Stück, welches trotz bald einjähriger Dauerpräsenz im Radio und Fernsehen immer wieder Freude macht.

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7
  29. http://www.postmodernjukebox.com/about-postmodern-jukebox/ (zuletzt gesichtet: 7.10.2014)
  30. http://www.youtube.com/watch?v=pXYWDtXbBB0
  31. http://en.wikipedia.org/wiki/We_Can%27t_Stop (zuletzt gesichtet: 7.10.2014)

Frank Zappa and the Mothers: Cruising with Ruben & the Jets (1968)

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Cruising with Ruben & the Jets klingt im ersten Höreindruck wie eine klassische Hommage an Doo-Wop. Das Album hat einen nostalgischen Einschlag und wirkt wie ein billiger Abklatsch, doch warten die Stücke dann und wann mit subtilen Seitenhieben auf die Tradition und die Lyrics durch eine Pervertierung der Simplizität von Doo-Wop-Texten auf.

In seiner Jugend liebte Frank Zappa Doo-Wop und seine ersten Kompositionen für den Film Memories of El Monte im Jahre 1962 standen ganz in dessen Tradition.[1] Im Frühjahr 1965 kam es zu einem wichtigen Ereignis, das Zappas Einstellung zur Gesellschaft nachhaltig veränderte: Als er die bestellten pornographischen Tonaufnahmen an einen Auftraggeber lieferte, gab jener sich als Bundespolizist zu erkennen und hängte Zappa eine sechsmonatige Gefängnisstrafe an, wovon er zehn Tage absitzen musste.[2]

Durch den Freiheitsentzug konsterniert hatte Zappe die Absicht, speziell „schwachsinnige Texte“ für Cruising … zu verfassen, wohl auch um die Konsumideale der Zeit und die ihm entgegengebracht Engstirnigkeit der Gesellschaft anzuprangern. Darin zeigt sich auch seine herablassende Haltung, die sich mit seiner Liebe zu Doo-Wop vermischte: Die Tracks des Albums sind auf die „stereotypen Motive“ des Generes heruntergebrochen, nur um sie dann neu zusammen zu setzen. Dabei berief sich Zappa auf die Technik Strawinskys, Neues in Anlehnung an tradierte Formen zu schaffen.[3] So gesehen ist die Zappa-Platte also sehr wohl eine Hommage an die Musik seiner Jugend, doch nicht als nostalgische Rückkehr zur damaligen „Wirklichkeit“. (Eine solche Rückkehr intendierte zur selben Zeit John Lennon mit seinen Stücken für das „White Album“.) Speziell in den Tracks „Deseri“ und „Cheap Thrills“ zeigt sich Zappas kritische Auseinandersetzung mit dem Doo-Wop-Genre. Diese Tracks sind gespickt mit raffinierten harmonischen Verweisen auf Stravinsky und tarnen sich hinter der Fassade von schwachsinnig anmutenden Lyrics.[4] (Stg)


[1] Coutre Francois: http://www.allmusic.com/album/cruising-with-ruben-the-jets-mw0000196894 (Abgerufen am 30.5.14)

[2] Miles Barry: Zappa. New York: Groove Press, 2004. S. 110.

[3] Reynolds, Simon: Retromania. Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann. Mainz, Ventil Verlag 2012. S. 259.

[4] Coutre Francois: http://www.allmusic.com/album/cruising-with-ruben-the-jets-mw0000196894 (Abgerufen am 30.5.14)

Notes:

  1. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 145.
  2. Strophe aus einem Lied von A. Bujnov
  3. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 152-153.
  4. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 159.
  5. Byrne, David. In the Recording Studio. In: How Music Works. Great Britain: Canongate Books Ltd, 2012: 179-180.
  6. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler (gesichtet am 2.1.15)
  8. http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/490016/sia-furler-der-popstar-der-keiner-sein-will (gesichtet am 1.1.15)
  9. http://www.welt.de/kultur/pop/article130581145/Das-Phantom-der-Hitparade.html (gesichtet am 2.1.15)
  10. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  11. http://www.spiegel.de/kultur/musik/popsaengerin-sia-songs-fuer-den-psychiater-a-604904.html (gesichtet am 31.12.14)
  12. http://www.musikexpress.de/news/meldungen/article593278/serious-sia-warum-sia-furlers-versteckspiel-sie-zum-ehrlichsten-aller-popstars-macht.html (gesichtet am 2.1.15)
  13. http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/07/07/sia-1000-forms-of-fear_18325 (gesichtet am 3.1.15)
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  15. http://de.wikipedia.org/wiki/New_Wave
  16. Solomon, Jack 1998-Our decentered Culture
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Devo
  18. http://www.arte.tv/de/live-polysics/2087464,CmC=2087472.html
  19. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  20. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  21. http://www.arte.tv/de/the-b-52-s/1936064,CmC=1936072.html
  22. http://de.wikipedia.org/wiki/The_B-52%E2%80%99s
  23. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  24. Die folgenden Ausführungen basieren auf Cateforis, Theo 2011 Are We Not New Wave?: Modern Pop at the Turn of the 1980s. Camp! Kitsch! Trash! New Wave and the Politics of Irony, 95-122
  25. http://www.popmatters.com/post/183607-dance-this-mess-around-the-b-52s-rock-lobster/
  26. http://www.synthmania.com/dx7.htm
  27. Stephen Holden: The Pop Life – Stevie Wonder. In: New York Times, 7. November 1984
  28. http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_DX7
  29. http://www.postmodernjukebox.com/about-postmodern-jukebox/ (zuletzt gesichtet: 7.10.2014)
  30. http://www.youtube.com/watch?v=pXYWDtXbBB0
  31. http://en.wikipedia.org/wiki/We_Can%27t_Stop (zuletzt gesichtet: 7.10.2014)