1.1 Von Rhythm and Blues zu Rock ’n‘ Roll

CARLOS GARDEL: POR UNA CABEZA (1935)
Ein sehr früher und entscheidender Moment in der Verbreitung der lateinamerikanischen Musik ist das Auftauchen von Carlos Gardel, einem Tangosänger und -komponist, der den Tango in den USA und in Europa popularisierte1. Nicht nur sein musikalisches Schaffen spielte dabei eine wichtige Rolle, sondern auch ein scheinbar unwesentliches Treffen mit einem jungen Talent in New York. Er riet dem unbekannten Italiener, besser nicht weiter den kriminellen Machenschaften der Mafia zu dienen, sondern sich mit dieser Stimme doch lieber dem Gesang zu widmen. Damit war Musiklegende Frank Sinatra geboren und ein Meilenstein in der Geschichte der modernen Musik gelegt.2 (jo)

FATS DOMINO: THE FAT MAN (1950)
Entdeckt wurde der Rhythm and Blues-Sänger Fats Domino Ende November 1949 durch Dave Bartholomew ,Talentsucher, Komponist und Produzent, in einem Club in New Orleans. „The Fat Man“ ist der Titel seiner ersten Single, erschien 1950 und ist einer der Titel, die regelmässig als Kandidat für den ersten Rock-’n’-Roll-Song genannt werden.
Antoine „Fats“ Domino war zudem einer unter den ersten Rocker, der beständigen Crossover-Erfolg geniessen durfte (sein erster Crossover-Hit war „Ain’t That a Shame“ aus dem Jahre 1955).34 (bw)

WILLIE DIXON/ MUDDY WATERS: I JUST WANT TO MAKE LOVE TO YOU (1954)
Eine Schlüsselfigur des Chicagoblues, die oft in den Hintergrund gerät: Willie Dixon.
Der Blues-Bassist ist deshalb von ausschlaggebender Bedeutung für die Geschichte der Rockmusik, weil er mit einer Unmenge von vortrefflichen Musikern, darunter Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Chuck Berry, zusammen spielte. Hauptsächlich zeigt sich sein Einfluss durch seine geschriebenen Songs, welche von Bands wie den Rolling Stones, Jimmy Hendrix, The Doors, Cream, Led Zeppelin und vielen mehr aufgriffen und interpretiert wurden. (mw)

LAVERN BAKER: TWEEDLE DEE (1954)
Mit „Tweedle Dee“ platzierte sich die Diva der Rhythm-and-Blues-Szene der Mittfünzigerjahre, LaVern Baker, in den amerikanischen Rhythm’n’Blues-Charts (#4), sowie auch in den Popcharts (#14).5 Der Song wurde von Scott Wittfield für Baker geschrieben, von Atlantic Records produziert und zwar so, dass die schwarze Stimme Bakers auf dem Markt der weissen Popmusik erfolgreich sein sollte. Die Nummer mit ihrem Latin-Tempo wurde von einem grösseren Label gecovert und von der weissen Georgia Gibbs gesungen, wodurch Bakers Chancen, beide Märkte zu bedienen, zunichte gemacht wurden.6 Nichtsdestotrotz entwickelte sich die Sängerin, die bereits mit 17 Jahren in den Clubs von Chicago sang, aufgrund ihrer forschen, verführenden Stimme, die eigens dazu publiziert wurde, neue eingängige Hits auf den Markt zu bringen, zu einem Star der R&B-Szene der Fünfzigerjahre.7 (sak)

ELVIS PRESLEY: THAT’S ALL RIGHT (1954)
Von Anfang an war der Rock ’n’ Roll von der Musik wie auch von der visuellen Erscheinung geprägt. Elvis gefiel dem weissen Publikum mit seinem guten Aussehen und seinem Sexappeal sehr. „That’s All Right (Mama)“ verfügt über eine typische Besetzung des Rock ’n’ Roll, wobei der Gesang im Vordergrund steht. Begleitet wird dieser von einer elektrischen Gitarre, einer akustischen Gitarre und einem akustischem Bass. Dieser wird hier „geslappt“, wodurch eine perkussive Wirkung erzeugt wird und ein Schlagzeug somit nicht notwendig ist. (ys)

BO DIDDLEY: PRETTY THING (1955)
Bo Diddley war ein Pionier auf mehreren Ebenen: Zum einen trieb er die Entwicklung der elektrischen Gitarre voran, indem er sein Instrument mit Autoteilen und Elementen einer Uhr „tunte“. Diddley hatte so als erster Gitarrist ein Tremologerät in seiner Gitarre eingebaut. Zum anderen prägte er den nach ihm benannten Beat, einen Maracas-Rhythmus, dessen Wurzeln in die südamerikanische Rumba zurück reichen. Dieser Rhythmus machte ihn zu einem der Mitbegründer des Rock ’n’ Rolls.41 (Stg)

PAT BOONE: AIN’T THAT A SHAME (1955)
Charles Eugene „Pat“ Boone (*1934) fokussierte sich während seinen frühen Jahren als Musiker vor allem aufs Covern von R&B-Songs schwarzer Künstler (v.a. Little Richard, Fats Domino), mit seinen Neuinterpretationen richtete er sich jedoch an ein vorwiegend weisses Publikum.8 So auch mit seiner Variante von Dominos „Ain’t That a Shame“, die 1955 während zwei Wochen auf Platz eins der Billboard Most Played in Jukeboxes Charts rangierte.9 Als weisser Vertreter des New Orleans Dance Blues fungierte Boone gewissermassen als Brücke zwischen der damals noch streng nach Hautfarbe getrennten Musik.10 (kbr)

JOHNNY CASH: FOLSOM PRISON BLUES (1955)
Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“ wurde 1955 aufgenommen und noch im selben Jahr bei Sun Records veröffentlicht. Der Song zeigt klassische Elemente des Country/Blues und kann dem Genre des Rockabilly (Rock ‘n’ Roll) zugeordnet werden. Inhaltlich befasst er sich mit einem Mann, welcher einen Mord begangen hat und dafür lebenslänglich im Gefängnis sitzen wird. Cash schrieb den Song während seiner Zeit bei der Air Force in Deutschland (also noch vor 1954).
Auch die Tatsache, dass der Song unter der Produktion von Sam Philips veröffentlicht wurde ist erwähnenswert, denn dieser war einer der berühmtesten Produzenten zur Rock-’n‘-Roll-Zeit und entdeckte/förderte viele erfolgreiche Musiker wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und eben auch Johnny Cash.111213 (Lh)

ELVIS PRESLEY: BABY LET’S PLAY HOUSE (1955)
Wie viele andere Rock-’n‘-Roll-Songs ist „Baby Let’s Play House“ von Elvis Presley eine Coverversion und vereint sowohl Einflüsse der Countrymusik als auch des Rhythm and Blues. Die Vorlage für den Song lieferte Rhythm-and-Blues-Sänger Arthur Gunther, dessen Idee auf Eddy Arnold’s Countrysong „I Want to Play House with You“ basierte. „Baby Let’s Play House“ funktionierte hervorragend für den Rockabilly-Stil von Elvis Presley und stellt einen seiner ersten grossen Hits dar. Um den Song noch besser an seinen Stil anzupassen, änderte Elvis Teile der Lyrics. Der Ausdruck „You may have Religion“ wurde beispielsweise zu „You may drive a pink Cadillac“, eine humorvolle Voraussage über jenes Auto, welches später zu einem Markenzeichen von Elvis werden sollte. (gi)

FATS DOMINO: BLUEBERRY HILL (1956)
Neben anderen schwarzen Künstlern, trägt Fats Domino mit seiner Musik die „black culture“ in die weisse Gesellschaft hinein. Mit seinem Rhythmus und Enthusiasmus, der in weisser Musik damals nicht zu finden war, gewinnt er die Hörer und trägt, vor dem Hintergrund der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika, zur Akzeptanz der Schwarzen bei.14 (jas)

CHUCK BERRY: ROLL OVER BEETHOVEN (1956)
„Roll over Beethoven“ ist 1956 erschienen und gilt als eines der ersten und erfolgreichsten Stücke des Rock ’n’ Roll, welches auch später von vielen Musikern (Beatles, Rolling Stones, Status Quo, Electric Light Orchestra etc.) als Tribut an ihr grosses Vorbild Chuck Berry gecovert worden ist. Es kennzeichnet den Startpunkt des Rock ’n’ Roll als Teil der gesellschaftsfähigen Mainstreammusik.15 Chuck Berry verfolgte mit diesem Lied eine klare Botschaft: Rock ‘n’ Roll war der neuste und coolste Sound überhaupt und würde das alte, angestaubte Musikverständnis aus den Schienen springen lassen (Bestes Textbeispiel: „Roll over Beethoven and tell Tschaikowsky the news!“). Obwohl „Roll over Beethoven“ dieser Botschaft nicht in jeder Sicht nachkam, wurde es doch zum Schlachtruf des Rock ‘n’ Roll und half dabei, die damals noch neue Musik-Richtung zu definieren.1617 (mak)
Rock ’n’ Roll: In Chuck Berrys „Roll over Beethoven“ zeigt sich die klassische Rock-’n‘-Roll-Band Zusammenstellung: Gesang, Lead- und Rhythmusgitarre, Kontrabass als Bassinstrument, und Schlagzeug. Piano und Saxophon weichten den modernen Instrumenten. Im Zentrum der Band steht Chuck Berry und spielt bei 01:18 Minuten ein Gitarrensolo. Er singt darüber, dass die klassische Musik dem Rhythm and Blues weichen soll, welchen Berry so gerne spielt. (mj)

BILL HALEY: RIP IT UP (1956)
Das Stück wurde erstmals durch Little Richard im Jahre 1956 veröffentlicht. Im gleichen Jahr noch brachten Bill Haley and his Comets ihre Version auf den Markt.18 Dominantes Schlagzeug und ein leitender Kontrabass lassen in „Rip It Up“ eine unvergleichbare Tanzmelodie entstehen. Der 4/4-Offbeat ragt dabei als markantes Leitmotiv heraus. Neben Kontrabass und Schlagzeug geben Bläser diesem Stück eine besondere Note. Bill Haley gilt als wichtigster Vertreter des Northern Band Style, eine Stilrichtung des Rock ’n’ Rolls, welche ab 1952 zentrale Bedeutung erlangte.19 Eine expressive Rhythmik und die Verschmelzung verschiedener Genres sind ausschlaggebend für den Rock ’n’ Roll. (pl)

ELVIS PRESLEY: HEARTBREAK HOTEL (1956)
„Heartbreak Hotel“ war Elvis Presleys erste Single für seine neue Plattenfirma RCA. Der Song wurde vor allem dank seiner Auftritte in der Fernsehshow Stage Show bekannt und avancierte zur meistverkauften Single von 1956.
„Heartbreak Hotel“ gehört zum Genre des Rock ’n’ Roll. Bei diesem Genre stand nicht bloss die Musik im Vordergrund, sondern die Performance war ebenfalls von grosser Wichtigkeit. Elvis Presley ist dementsprechend ein klassischer Vertreter des Rock ’n’ Roll, schliesslich sah er gut aus und hatte Sexappeal. Bei seinen Auftritten im Fernsehen verband er sein musikalisches Können gleichzeitig mit einem visuellen Spektakel. Im Lied finden des weiteren Instrumente Verwendung, die typisch sind für Rock ’n’ Roll wie beispielsweise Gitarre, Schlagzeug, Kontrabass und noch einige mehr.20 (dm)
Das Lied „Heartbreak Hotel“ war der erste Pop-Hit von Elvis Presley. Diese Art von Musik wurde zu Elvis Markenzeichen und gilt als der typische Rock `n Roll Song überhaupt. Elvis war einer der ersten Musiker, der Rock-’n‘-Roll-Songs veröffentlichte. Sein Song „Heartbreak Hotel“ setzt sich genau aus Kernelementen des Rock`n Roll zusammen und zwar aus der „weissen“ Country-Musik und dem „schwarzen“ Rhythm and Blues.21 (jl)

ELVIS PRESLEY: BLUE SUEDE SHOES (1956)
Im Original von Carl Perkins, handelt der Song von einer Geschichte, die Johnny Cash während seiner Stationierung in Deutschland erlebte. 22 Elvis Presley nahm seine Version für sein erstes Album auf. Der Song wurde nicht als Single ausgekoppelt und gelangte unglaublicherweise ausschliesslich durch Radio Airplay in die Singlecharts.23 Seine Version, die schneller ist als das Original, gefiel Carl Perkins ausserordentlich gut.24 (MR)

LITTLE RICHARD: LONG TALL SALLY (1956)
Little Richards aggressives Klavierspiel, sein lauter, überdrehter Gesang und die sexuell anzüglichen Texte machten ihn als „wild man“ attraktiv für amerikanische Jugendliche der 1950er-Jahre. Doch bei den älteren Generationen waren seine Texte verpönt, sie wurden als unangemessen angesehen, was ihm eine Karriere im weissen Popmarkt erschwerte. Oft waren Covers seiner Songs erfolgreicher als die Originale, da weisse Musiker den Texten die sexuellen Anspielungen nahmen und sie so für das weisse Publikum zugänglich machten. (lc)
Little Richards erfolgreichster Song, geschrieben gemeinsam mit Robert Blackwell, hat musikalisch die Form des typischen 12-Bar-Blues; prägend für den Sound sind Richards exaltierter Gesang, die knallharten Boogie-Akkorde auf dem Piano und das Saxofonspiel von Lee Allen. Der Text handelt von einem sexuellen Abenteuer – Gillett spricht von „self-centered pleasure“. Sprachlich bemüht der Song dazu beispielsweise spezifische Ausdrücke aus afro-amerikanischen Soziolekten („She’s built for speed“). Wie in viele Rock-’n‘-Roll-Songs ist die Thematik der sexuellen Emanzipation der Jugend allgegenwärtig, was in Text, Gesang und Sound sowie in der ungezügelten (Live-)Persona Little Richards Ausdruck fand. Für die Entwicklung der Rockmusik war der Song von grosser Bedeutung, u.a. da er später auch den weissen Rock ’n’ Roll (Coverversionen von Pat Boone und Elvis Presley) prägte oder von einflussreichen Bands wie den Kinks oder den Beatles gespielt wurde.2526272829

BUDDY HOLLY: PEGGY SUE (1957)
Buddy Hollys Karriere dauerte nur kurz, aber er hatte zusammen mit seiner Begleitband The Crickets grossen Einfluss auf nachfolgende Rock-’n‘-Roll- Künstler: So benutzen sie beispielsweise bereits Overdubbing und Mehrspuraufnahmen. Zudem waren Buddy Holly and the Crickets einer der ersten Bands, die ihre Lieder selber verfassten. Die Freundin des Drummers, Jerry Allison, insprierte Buddy Holly zum Song „Peggy Sue“. Die Single wurde Ende 1957 veröffentlicht, am Höhepunkt seiner Karriere.30 (sf)

THE EVERLY BROTHERS: WAKE UP LITTLE SUSIE (1957)
Das Grundgerüst des Songs „Wake Up Little Susie“ der Everly Brothers sind eingängige Riffs einer akustischen Gitarre. Die verwendeten Rock ’n‘ Roll-Akkorde sind unverkennbar. Typisch Everly Brothers sind auch die Strukturen und Einsätze der Refrains, opulente Harmonien, bluesige Akzente der Gitarre wie Country-Musik-Elemente. In abgeänderter Form ist die I-IV-V-Akkordfolge des Blues herauszuhören. Auch der Inhalt des Textes – Susie wird zur unchristlichen Zeit um 4 Uhr morgens im Autokino vom Freund aufgeweckt, nach einer wohl erlebnisreichen Nacht mit dem Film als Nebensache – kann stellvertretend stehen für eine Musikepoche, in der sich die Musik erstmals der Jugend, der jugendlichen Rebellion widmet.3132 (li)

JERRY LEE LEWIS: WHOLE LOTTA SHAKIN‘ GOIN‘ ON (1957)
„Whole Lotta Shakin’ Goin’ On“ wurde durch die Interpretation von Jerry Lee Lewis 1957 berühmt. Mit stampfenden Boogie Rhythmen hat er die ursprüngliche Liedversion von Country-Pianist Roy Hall und Dave Williams radikal geändert. Sein temporeiches Pianospiel im (für den Blues typischen) Shuffle-Rhythmus wird durch eine rollende Basslinie und ein treibendes Schlagzeugspiel unterstützt. Jerry Lee Lewis hat damit seinen bekanntesten Rock-’n‘-Roll-Hit kreiert, der über drei Millionen mal verkauft wurde. 3334 (fe)

CHUBBY CHECKER: THE TWIST (1958)
The Twist wurde erstmals von Hank Ballard im Dezember 1958 veröffentlicht und nutzte in urheberrechtlich zweifelhafter Form die Grundmelodie des Hits What ’Cha Gonna Do? (The Drifters, 1955). Chubby Checker (Ernest Evans) coverte den zwölftaktigen Blues auf Wunsch von Dick Clark, Moderator von American Brandstand, und präsentierte den Song in der landesweit ausgestrahlten TV-Popshow.35
Der Song gelangte am 19. September 1960 als Coverversion von Chubby Checker erstmals an die Spitze der Popcharts und sollte zu einem der wichtigsten Songs in der Geschichte des Rock ‘n’ Rolls werden: seine Wirkung ging weit über die Grenzen der Jugendkultur und erreichte auch die Erwachsenen. Zudem initiierte The Twist ein Tanzfieber zum gleichnamigen neuen Tanzstil, welcher als Grundschritt weitere Stile in den 60er Jahren prägen sollte, z.B. „the fly“, „the fish“ und „the mashed potato“. Der Tanz symbolisierte den gesellschaftlichen Wandel hin zu individueller Unabhängigkeit in prägnanter Weise: Die Tanzschritte werden an derselben Stelle im Raum getanzt, sind wiederholbar und der Twist ist ohne Tanzpartner oder -gruppe tanzbar.3637 (el)

CHUCK BERRY: JOHNNY B. GOODE (1958)
Dank technischem Fortschritt besitzen um 1950 viele Haushalte der weissen Mittelklasse ein Radio, mit welchem die Jugend Country, Western und Rhythm and Blues hört. Zudem entstehen unabhängige Radiostationen und Recordlabels dank welchen Jugendliche, die besonders Rhythm and Blues mögen, sowohl schwarze wie auch weisse Musik hören. Ab 1955 wird der Rock ‘n’ Roll durch schwarze und weisse Männer wie Fats Domino, Little Richard, Chuck Berry, Rill Haley, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Buddy Holly geprägt.38 Das Lied „Johnny B. Goode“ wurde 1958 zum ersten Mal veröffentlicht und gilt als eines der ersten Rock ‘n’ Roll Lieder. Chuck Berry schrieb es 1955 als Hommage an seinen Pianisten Johnnie Johnson.39 (mwa)

FRANKIE AVALON: VENUS (1959)
Frankie Avalon kann als Antwort der Musikindustrie auf die „first wave of rock ‘n’ roll“ gesehen werden. Während das Image vieler Rock ’n’ Roll Künstler wie Elvis oder Pat Boone vielen Teenagern (und deren Eltern) zu anstössig war, reagierten Musikproduzenten auf diese neue Zielgruppe, indem sie attraktive aber gleichzeitig brav und anständig aussehende Sänger ins Studio holten, um vor allem den Geschmack von weiblichen Zuschauerinnen zu treffen. Fernsehsendungen, welche speziell auf Teenager zugeschnitten waren, so wie Dick Clarks Saturday Night Beechnut Show boten eine ideale Plattform, um Künstler wie Frankie Avalon zu vermarkten. Das angefügte Musikvideo zeigt den adrett angezogenen, sich etwas unsicher bewegenden und zaghaft singenden Avalon, wie er – typisch für die „bubblegum music“ – in unschuldiger Manier über seine Sehnsucht nach einem netten Mädchen singt („Please send me a girl who wants my kisses and my arms“)40. (nw)

THE BEATLES: MONEY (1962)
Das Original wurde von Barrett Strong in 1959 veröffentlicht. Das Lied wurde aber erst später aufgrund zahlreicher Coverversionen populär. Die Version der Beatles ist durch einen starken Gesang von John Lennon gekennzeichnet und war zu dieser Zeit auch einer seiner Lieblingssongs. Das Lied wurde mehrmals für BBC Radio aufgenommen. (ma)

BEACH BOYS: SURFIN‘ USA (1963)
Die Beach Boys veröffentlichten „Surfin’ USA“ im Jahr 1963 als Single und kurze Zeit später auf einem gleichnamigen Album. Die Beach Boys sind als Inbegriff einer ersten Welle von jugendlichem Hedonismus zu verstehen – in dem Song werden zahlreiche Surfspots aufgezählt – und gleichzeitig einer der ersten Versuche der Jugend eine Stimme und gesellschaftliche Beachtung zu geben. (the)

THE BEATLES: PLEASE PLEASE ME (1963)
Die Single „Please Please Me“ wurde 1963 veröffentlicht. Aufgrund des riesigen Erfolgs dieses Lieds erhielt auch das erste Album der britischen Rockgruppe den Namen „Please Please Me“. Nur ein Monat nachdem das Lied veröffentlicht wurde, erreichte die Single den Platz Nummer 1 in den britischen Charts. Das Lied war die erste Nummer 1 der Beatles. (ma)

Weiter zur nächsten Playliste 1.2 Von Rock und Soul bis Punk


  1. Starr, Larry und Waterman, Christopher: American Popular Music. From ministrelsy to MP3. Third Edition. Oxford 2009, S. 17.
  2. González Mario: Carlos Gardel y Frank Sinatra. Una anécdota desconocida. In: Portal de América, 2010, http://www.portaldeamerica.com/index.php?option=com_k2&view=item&id=2177:carlos-gardel-y-frank-sinatra-una-an%C3%A9cdota-desconocida&Itemid=80 (Abgerufen: 17.10.2013).
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